Tapfere Gummersbacher starten mit Niederlage gegen Meister Magdeburg in die Saison

30. August 2026

Foto: Philipp Ising

Trotz einer überragenden Moral ist der VfL Gummersbach mit einer Heimniederlage gegen den amtierenden Deutschen Meister in die Spielzeit 2026/27 gestartet. Am Sonntagnachmittag verlor die Mannschaft von Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson gegen den SC Magdeburg mit 31:33 (14:18). In der mit 4.132 Zuschauern restlos ausverkauften SCHWALBE arena taten sich die Hausherren ohne die angeschlagenen Rückraumspieler Alex Dujshebaev und Teitur Einarsson über weite Teile des ersten Durchgangs schwer. Angeführt vom Neuzugang zwischen den Pfosten, Ignacio Biosca, kamen die Gastgeber zwischenzeitlich zwar wieder zum Ausgleich, mussten dann aber erneut Rückständen hinterherlaufen. Immer wieder bewiesen die Oberbergischen Nehmerqualitäten und arbeiteten sich zurück ins Spiel, so auch in den letzten Spielminuten, als Torhüter Bertram Obling den Kasten vernagelte. Schlussendlich erwiesen sich die Magdeburger jedoch in den entscheidenden Momenten als abgebrühter.

Der VfL geriet zunächst mit 0:2 in Rückstand, ehe Ellidi Vidarsson das erste Gummersbacher Tor der neuen Saison erzielte (1:2, 3. Minute). Insgesamt erwischten die Gäste aus Sachsen-Anhalt den besseren Start und brachten die Gastgeber in der sechsten Minute mit 1:5 ins Hintertreffen. In der Abwehr fanden die Oberbergischen noch nicht den nötigen Zugriff, während der SCM über schnelle Angriffe zu seinen Torerfolgen kam. Die Blau-Weißen hielten nun in der Offensive besser dagegen und kamen zu erfolgreichen Abschlüssen, wie dem 4:8 per Siebenmeter-Heber durch Nikola Roganović (10. Minute). Das Sigurdsson-Team kam körperlich sowie spielerisch besser in Fahrt. Eine starke Parade des eingewechselten Biosca und der folgende Gegenstoßtreffer von Kay Smits sorgten für den ersten Begeisterungssturm auf den Rängen (7:10, 13. Minute).

Biosca blieb auch in den kommenden Minuten der entscheidende Faktor, allerdings mühten sich die Gummersbacher zunächst, aus seinen Paraden den nötigen Profit zu schlagen. Erst zur 20. Minute brachte ein Dreierpack von Kristjan Horžen, Vidarsson und Smits den VfL wieder auf ein Tor heran (10:11). Angeführt von ihrem spanischen Keeper, der den nötigen Rückhalt bot, drehten die Oberbergischen nun auf. Nach einer erneuten Parade von Biosca in der 23. Minute fand der Wurf von Vidarsson den Weg ins gegnerische Tor zum 13:13-Ausgleich. Die letzten Minuten der ersten Halbzeit konnten die Hausherren das Niveau jedoch nicht halten und agierten im Abschluss erneut fahrig, sodass sie nach einem abschließenden 1:5-Lauf mit einem 14:18-Rückstand in die Pause gingen.

Nach dem Seitenwechsel gab das Sigurdsson-Team ein diszipliniertes Bild ab und arbeitete sich bis zur 36. Minute auf zwei Tore heran (18:20). Eine Minute später verkürzte Smits für die Blau-Weißen per Anschlusstreffer auf 20:21. Mit der nötigen Aggressivität in der Abwehr stellten sie den amtierenden Deutschen Meister vor Probleme und verhinderten insbesondere schnelle Durchbrüche der Magdeburger. Dennoch unterliefen den Gummersbachern trotz ihres spritzigen Offensivspiels immer wieder kleine Fehler, die der SCM sofort zu bestrafen wusste, sodass der Abstand zwischen den Teams bis zur 44. Minute wieder auf drei Tore anwuchs (21:24).

Zwischen der 45. und der 49. Minute musste der VfL drei Gegentore in Folge zum 23:28 hinnehmen. Gummersbachs Chefcoach Sigurdsson berief seine Mannschaft zu sich, die sich anschließend mit aller Konsequenz daranmachte, eine erneute Aufholjagd zu starten. Ein schön herausgespielter Treffer vom Kreis durch Vidarsson, ein Rückraumtor von Schluroff nach vorherigem Ballgewinn und ein weiterer Schluroff-Treffer nach Parade durch Obling ließen die VfL-Fans noch einmal hoffen (28:30, 54. Minute). Ein von Obling gehaltener Strafwurf auf der einen Seite zog jedoch den Pfostentreffer von Miloš Vujović beim Siebenmeter auf der anderen Seite nach sich. Es folgten ein erneuter Drei-Tore-Rückstand für die Gastgeber (28:31, 57. Minute) sowie die prompte Antwort von Vidarsson zum 29:31 (58. Minute). Zwei schnelle Tore beider Teams hielten die Spannung hoch (30:32, 59. Minute). Der Meister gab sich jedoch auch im darauffolgenden Angriff keine Blöße und sorgte für die Vorentscheidung (30:33, 60. Minute). In den Schlusssekunden der Partie erzielte Smits zwar noch das 31:33, konnte die Niederlage seiner Mannschaft letztendlich jedoch nicht mehr abwenden.

Am Mittwoch, den 2. September, wartet um 20 Uhr das erste Auswärtsspiel der Saison auf den VfL Gummersbach. Anlässlich des zweiten Spieltags gastiert das Sigurdsson-Team bei den Rhein-Neckar Löwen in der Mannheimer SAP Arena.

 

Trainerstimmen:

Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Herzlichen Glückwunsch an Magdeburg zum verdienten Sieg. Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Wir haben heute nicht gut angefangen. Magdeburg war deutlich besser und wir haben in der Abwehr keinen Zugriff gehabt und uns vorne Fehler und schlechte Abspiele geleistet. Wir sind dann einem Rückstand hinterhergelaufen, haben uns wieder herangekämpft und so war das alles auch in Ordnung. Aber die kleinen Fehler sind eben die, die du gegen Magdeburg nicht machen darfst und die Magdeburg nicht macht. Wir haben alles reingeworfen und sogar Sieben-gegen-Sechs gespielt, was wir nicht so häufig machen, bei uns heute aber ungewöhnlich gut funktioniert hat. Kristjan und Tom haben in der Abwehr gekämpft und Miro und Kay haben es im Angriff überragend gemacht. Ich kann deshalb nicht unzufrieden sein. Magdeburg war uns einfach immer einen Schritt voraus. Natürlich kann man einzelne Fehler heraussuchen, aber Magdeburg war einfach besser. Wenn wir uns ein paar naive Fehler weniger erlauben, dann machen wir wieder einen Schritt nach vorne. In puncto Einsatz und Willen kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen.

Bennet Wiegert (SC Magdeburg): Wir waren heute angespannt und aufgeregt, so wie es Goggis Team auch ergangen sein wird. Man weiß nie, wie man aus der Vorbereitung kommt und ob alles so klappt, wie man sich das vornimmt. Wir hatten sicherlich den Vorteil, dass wir im Supercup schon unser erstes Pflichtspiel unter harten Wettkampfbedingungen hatten. Auswärts in Gummersbach in die Bundesligasaison zu starten kann vielleicht schwieriger nicht sein. Deshalb bin ich happy, dass wir heute zwei Punkte mit nach Hause nehmen. Unser guter Start hat uns extrem geholfen. Wir waren ab der ersten Minute fokussiert und konnten uns absetzen, was uns Sicherheit gegeben hat. Gummersbach ist dann einfach ein Team, das nie aufgibt und auch heute immer zurückgekommen ist. Nachdem es nach 20 Minuten ausgeglichen war und wir eine nicht so gute Phase hatten, war es dann natürlich überragend, wie wir die erste Halbzeit abschließen konnten. Das hat uns dann auch in der zweiten Hälfte geholfen, den Sieg knapp über die Ziellinie zu retten. Dazu gehört auch immer ein Quäntchen Glück, deshalb bin ich sehr happy mit diesem Ergebnis.