Souveräner VfL holt sich gegen Balingen dritten Bundesligasieg in acht Tagen
1. November 2026
Dank einer in der zweiten Spielhälfte überzeugenden Vorstellung hat der VfL Gummersbach am Sonntagabend im Rahmen des Nachholspiels des achten Spieltags die nächsten beiden Punkte auf seinem Konto in der Opel HBL verbucht. In der mit 4.132 Zuschauern wieder einmal ausverkauften SCHWALBE arena gewannen die Oberbergischen gegen die Spielvereinigung HBW Balingen-Weilstetten mit 39:29 (16:16). Im ersten Durchgang erwiesen sich die Gäste als ebenbürtiger Gegner, der es den Gastgebern erwartungsgemäß schwermachte. Erst in der zweiten Halbzeit entwickelten sich die Gummersbacher zur eindeutig spielbestimmenden Mannschaft und fuhren am Ende einen deutlichen sowie ungefährdeten Heimsieg ein. Mit 14:8 Punkten verbringt die Mannschaft von Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson die anstehende Länderspielpause auf dem sechsten Tabellenplatz.
Sowohl die erste Parade durch Bertram Obling als auch das erste Tor des Spiels durch Ludvig Hallbäck gingen auf das Konto des VfL (1:0, 2. Minute), der sich zu Beginn hellwach präsentierte. Ein Pfostentreffer sowie ein technischer Fehler der Balinger zogen nach fünf Minuten bereits einen Drei-Tore-Vorsprung für die Oberbergischen nach sich (4:1). In Unterzahl mussten die Hausherren in der siebten Minute allerdings den Anschlusstreffer (4:3) und nach 13 Minuten gar den 7:7-Ausgleich durch die Balinger hinnehmen, die immer besser ins Spiel fanden.
Den Gastgebern unterliefen im eigenen Angriff zu viele Fehler, die in der 16. Minute für den ersten Rückstand in der Begegnung sorgten (8:9). In einer Phase auf Augenhöhe wechselten sich Tore auf beiden Seiten ab, sodass die Gummersbacher immer wieder einem knappen Rückstand hinterherliefen. Erst ein Ballgewinn in der Abwehr und der anschließende Konter über Teitur Einarsson mit dem erfolgreichen Abschluss durch Gardar Ingi Sindrason zum 13:12 führten zum Führungswechsel (25. Minute). Wieder blieben jedoch auch die Gäste am Drücker, wodurch sich beide Teams bis zum Halbzeitpfiff ein enges Rennen lieferten und es mit einem 16:16-Gleichstand in die Kabine ging.
In der zweiten Halbzeit gerieten die Gummersbacher zwar erst in Rückstand (16:17), drehten die Partie jedoch durch einen 3:0-Lauf zum wiederholten Mal zu ihren Gunsten (19:17, 34. Minute). Die Oberbergischen rissen nun zunehmend die Regie auf der Platte an sich und bauten ihren Vorsprung in der 35. Minute durch den Treffer von Hallbäck auf 21:18 aus. Beim 23:19 durch Miro Schluroff brachte das Sigurdsson-Team erstmals vier Treffer zwischen sich und den Kontrahenten aus Baden-Württemberg. Der VfL bestach nun durch körperlichen Einsatz in der Abwehr und einer höheren Präzision im Angriff, infolgedessen sich die Hausherren in der 43. Minute mit sechs Toren absetzte (26:20).
Auch in der Schlussphase agierten die Gummersbacher souverän und verwalteten ihre solide Führung, die zwischenzeitlich auf sieben Treffer anwuchs (31:24, 49. Minute). Neben einem Kempa-Tor durch Schluroff nach Assist von Mathis Häseler zum 32:26 (51. Minute) sorgten auch die Siebenmeter-Parade von Obling in der 52. Minute und der lange Ball ins leere Balinger Tor von Oblings Gespannspartner Ignacio Biosca (54. Minute) für Sonderapplaus in der SCHWALBE arena. Auch in den letzten Minuten behaupteten die Gastgeber erfolgreich ihre Führung und schraubten den Spielstand bis zum Abpfiff sogar noch zu einem Zehn-Tore-Sieg hoch (39:29).
Nach der Nationalmannschaftspause geht es für den VfL Gummersbach zunächst im DHB-Pokalwettbewerb weiter. Am Donnerstag, den 12. November, treten die Gummersbacher ihre Achtelfinalpartie um 19:30 Uhr auswärts bei der SG Flensburg-Handewitt an.
Trainerstimmen:
Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Ich muss sagen, dass es mir viel Spaß gemacht hat, sich auf dieses Spiel vorzubereiten. Balingen hat die gleiche Identität wie sein Trainer als Spieler damals, mit hoher Intensität in jedem Zweikampf. Die erste Halbzeit haben wir wegen Miro überlebt, der fast alleine im Angriff unterwegs war. In der Abwehr haben wir die Balinger gut gestellt, sind aber zu wenigen Tempotoren gekommen. Das war in der zweiten Halbzeit viel besser. Wir konnten auch ihr Sieben-gegen-sechs gut wegverteidigen. Im Angriff war dann fast jeder Wurf drin, den wir uns genommen haben. Ob der Sieg in dieser Höhe verdient war, weiß ich nicht, aber das nehmen wir gerne mit. In der Abwehr haben wir es wirklich gut gemacht, aber im Angriff haben wir uns in der ersten Halbzeit sehr schwergetan. Darüber, am Ende dieser Woche mit vielen angeschlagenen Spielern mit zehn Toren zu gewinnen, bin ich sehr froh und auch stolz auf die Jungs. Es hat mir aber auch heute Spaß gemacht, den Balingern zuzuschauen.
Matthias Flohr (HBW Balingen-Weilstetten): Glückwunsch an Goggi und Gummersbach zum absolut verdienten Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir im Angriff gute Lösungen gefunden. In der Abwehr waren wir ebenfalls gut vorbereitet. Wir haben uns im Vorfeld viel gegen diese Angriffsgewalt von Gummersbach überlegt, um gerade Miro Schluroff in den Griff zu kriegen. Wir wollten eine variable und unangenehme Abwehr stellen. Genau das hat uns aber auch die Sicherheit genommen. Der VfL hat gegen jede unserer Varianten eine gute Lösung gefunden, Kompliment dafür. So haben wir das Spiel taktisch verloren und das muss ich auf meine Kappe nehmen. Wir sind zwar immer wieder in leichte Schlagdistanz gekommen, haben aber am Ende völlig den Faden verloren. Das ist uns bisher noch gar nicht passiert. Wir haben immer gesagt, dass wir lieber ein Mal mit zehn Toren verlieren und dann wieder gewinnen, aber dann müssen wir eben auch mal wieder gewinnen.






