Gummersbach triumphiert im Topspiel vor Traumkulisse in fast ausverkaufter SCHWALBE arena

Fotos: Philipp Ising

Im Topspiel des neunten Spieltags der 2. HBL hat der VfL Gummersbach am Samstagabend ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. In einer hochklassigen Partie bezwang der Tabellenführer aus dem Oberbergischen den Tabellenzweiten TUSEM Essen mit 29:23 (13:8). Vor der diesjährigen Rekordkulisse der 2. HBL von 3.911 Zuschauern, die mit einer grandiosen Stimmung einen fantastischen Rahmen für die Partie boten, bewiesen die Hausherren, dass sie derzeit zurecht an der Tabellenspitze stehen. Vom eigenen Publikum getragen präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson drei Tage nach der ersten Saisonniederlage voll fokussiert und engagiert, um im Duell der beiden Traditionsmannschaften als deutlicher Sieger vom Spielfeld zu gehen. Aus einer starken Abwehr und mannschaftlichen Geschlossenheit heraus sicherte sich der VfL einen verdienten achten Saisonsieg und bleibt daheim auch gegen den Erstligaabsteiger aus Essen eine Macht.

Vor einer atemberaubenden Kulisse gab der VfL von Anfang an Vollgas. Mit dem ersten Angriff erzielte Štěpán Zeman den 1:0-Führungstreffer für den VfL in der ersten Spielminute. Auch Gummersbachs Keeper Tibor Ivanišević kam mit drei Paraden hintereinander gut ins Spiel und ebnete so den 3:0-Vorsprung seines Teams in der fünften Minute. Die Hausherren in den blau-weißen Trikots stellten eine agile und höchst aufmerksame Abwehr. Einzig im Angriff verhinderten nun einige nicht ausreichend platzierte Würfe einen weiteren Erfolgslauf des VfL, der erst nach dem 4:4-Ausgleich in der zwölften Minute offensiv wieder besser ins Rollen kam. Die Gummersbacher rissen das Spielgeschehen nun wieder an sich und gingen in Minute 16 durch Hákon Dadi Styrmisson, dessen Vertragsverlängerung unmittelbar vor dem Anpfiff bekannt gegeben wurde, mit 7:5 in Front.

Das Prunkstück im VfL-Spiel blieb die Abwehr um Torwart Ivanišević, der in Durchgang eins elf Bälle der Essener entschärfte und die nötige Sicherheit für seine Vorderleute ausstrahlte. Den Gummersbachern gelang es nun sich einen ordentlichen Vorsprung herauszuspielen. Nach eigenem Ballgewinn vollstreckte Tom Kiesler in der 24. Minute zum 11:7 für seine Mannschaft, die zwar noch immer einige Chancen liegen ließ, aber ihre Überlegenheit nun besser in Tore ummünzte. Von den lautstarken Zuschauern getragen erhöhte Božović mit einem strammen Wurf aus dem Rückraum auf 13:7 (29. Minute), ehe TUSEM für den letzten Treffer in Halbzeit eins sorgte, so dass es mit fünf Treffern Differenz in die Pause ging (13:8, 29. Minute).

Die ersten Aktionen in Hälfte zwei gehörten den Gästen, die auf zwei Tore aufschlossen (13:11, 33. Minute), ehe Timm Schneider den ersten Treffer für die Oberbergischen in der zweiten Halbzeit markierte (14:11, 34. Minute). Die Gummersbacher taten sich etwas schwer ihren Rhythmus wiederzufinden. In einer zerfahrenen Phase der Partie schlugen die Gastgeber binnen 13 Sekunden durch Julian Köster und Lukas Blohme gleich doppelt zu (16:12, 38. Minute), mussten dann aber gleich drei Treffer in Folge hinnehmen (16:15, 41. Minute). Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, der nun wieder zugunsten der Oberbergischen kippte. Beim 19:15 durch Styrmisson lag der VfL wieder mit vier Treffern vorne (43. Minute), vier Minuten später war es Božović, der auf fünf Tore Differenz erhöhte (21:16).

Angeführt von Ivanišević, der die Arena durch eine überragende Doppelparade in der 49. Minuten zum Kochen brachte, marschierte der VfL nun souverän durch die Schlussphase. Den Blau-Weißen gelang es ihren Fünf-Tore-Vorsprung weiter zu verwalten, als Köster in Minute 54 mit dem 26:20 gar noch ein Tor drauflegte. Die Hausherren aus Gummersbach demonstrierten ihr Selbstbewusstsein vor den eigenen Fans und ließen sich den Wind nicht mehr aus den Segeln nehmen. Beim 27:21 erzielte der Toptorschütze der Partie Božović seinen zehnten Treffer des Tages. Mit seinem elften und letzten Tor des Tages besorgte der Österreicher mit einem kunstvollen Wurf nach Tempogegenstoß auch den 29:23-Endstand für sein Team (59. Minute). Die letzte Szene der Partie gehörte schließlich dem neben Božović herausragenden Ivanišević mit einer erneuten Parade in der 60. Minute.

Nach der Länderspielpause in der kommenden Woche geht es für den VfL Gummersbach am Freitag, den 12. November, mit dem Ligaalltag weiter. Am zehnten Spieltag der 2. HBL sind die Oberbergischen dann beim ASV Hamm-Westfalen zu Gast.

 

Trainerstimmen:

Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Wir sind in erster Linie glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. In der Halbzeit habe ich meiner Mannschaft gesagt, dass wir keine fünf Tore besser waren, aber TUSEM hat einfach vier Strafwürfe liegen gelassen. Im Großen und Ganzen war ich zufrieden mit der Abwehr, aber unsere Angriffsleistung war nicht annähernd so gut, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber ich habe riesigen Respekt vor Jamal und TUSEM und auch dem, was sie im letzten Jahr in der ersten Liga gezeigt haben. Justin Müller und Eloy Maldonado sind auch einfach unangenehme Gegenspieler für unsere Abwehr, deshalb war ich froh, dass unsere 3:2:1-Abwehr so gut geklappt hat. In erster Linie können wir uns aber bei Tibor bedanken. Wir haben uns zu viele technische Fehler und Fehlwürfe geleistet, aber ich bin glücklich, dass wir die beiden Punkte behalten. Jetzt geht es für einige Spieler zur Nationalmannschaft und ich hoffe, dass alle wohlbehalten wieder zurückkommen.

Jamal Naji (TUSEM Essen): Glückwunsch an Gummersbach zu diesem Sieg, der auch in dieser Höhe de facto mehr als verdient war. Das muss man einfach anerkennen. Vorweg muss ich sagen, dass es unfassbar viel Spaß gemacht hat vor dieser Kulisse und diesem enthusiastischen Publikum zu spielen, das auch dafür gesorgt hat, dass wir in vielen Phasen zu viel nachdenken. Dann lassen wir uns von der Lautstärke verunsichern, aber das ist natürlich auch die Aufgabe eines Publikums. Das haben sie geschafft, aber ich möchte mich trotzdem dafür bedanken, denn es hat riesigen Spaß gemacht mal wieder in einer vollen Halle zu spielen. Zum Spiel kann man sagen, dass wir bescheiden in die Partie starten und insgesamt 25 Fehlwürfe gegen den überragenden Ivanišević machen. Wir lassen die Siebenmeter liegen, er nimmt uns die Bälle von außen und dann gehen wir eben mit fünf Toren hinten in die Pause. Wir haben nicht am oberen Limit gespielt, trotzdem hätten wir mit einem geringeren Rückstand in die Pause gehen können. In der zweiten Halbzeit kommen wir schnell ran, spielen uns in einen Rausch, schaffen es aber nicht bis zum Unentschieden. Zum Ende hin machen wir dann auf, da wollten wir zocken, aber das hat nicht funktioniert. Insgesamt haben wir gut gedeckt, aber bescheiden angegriffen.

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