Glänzende Gummersbacher um überragenden Obling fügen Ligaprimus Flensburg erste Niederlage zu
25. Oktober 2026
Mit einem überzeugenden Auftritt hat der VfL Gummersbach am Sonntagabend den Durchmarsch des aktuellen Tabellenführers in der Opel HBL gestoppt. Gegen die SG Flensburg-Handewitt gewannen die Oberbergischen in der mit 4.132 Zuschauern ausverkauften SCHWALBE arena am zehnten Spieltag mit 31:30 (14:11). Dank einer konstanten und starken Teamleistung in einer abwechslungsreichen Partie fügte die Mannschaft von Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson dem Kontrahenten aus Norddeutschland seine erste Saisonniederlage zu. Insbesondere VfL-Keeper Bertram Obling stellte die Gäste immer wieder vor Probleme und erwischte ebenso wie Nikola Roganović einen Sahnetag, an dem die Gummersbacher in einer an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase das bessere Ende für sich hatten. Mit einem Punktekonto von 10:8 steht der VfL derzeit auf dem neunten Tabellenplatz.
Ein Blitzstart des VfL verschaffte den Gastgebern nach drei Minuten mit der ersten Parade von Obling und zwei Treffern durch Roganović eine 2:0-Führung. Trotz eines weiteren Ballgewinns in der Abwehr und zweier weiterer Paraden Oblings mussten die Oberbergischen in der siebten Minute den 2:2-Ausgleich hinnehmen. Während sich die Hausherren vor allem defensiv hellwach präsentierten, nahmen sie sich im Angriff teilweise Würfe aus schwierigen Positionen. So entwickelte sich eine enge und torarme Anfangsviertelstunde. In der elften Minute gerieten die Gummersbacher erstmals in Rückstand (4:5), hielten dank weiterer Paraden Oblings jedoch den Anschluss und glichen in der 15. Minute durch Alex Dujshebaev zum 6:6 aus.
Im Anschluss fanden die Flensburger zunächst den besseren Zugriff auf die Partie und trafen drei Mal in Folge, woraufhin Sigurdsson von seiner ersten Auszeit Gebrauch machte (6:9, 18. Minute). Seine Mannschaft antwortete konzentriert und erzielte nun seinerseits bis zur 23. Minute drei Tore (9:9), die nun SG-Trainer Aleš Pajović zum Anlass für sein erstes Timeout nahm. Doch auch danach blieben die Oberbergischen am Drücker und eroberten sich durch das fünfte Tor in Folge ihre Führung zurück (11:9, 25. Minute). Angeführt vom überragenden Obling behauptete der VfL nicht nur seinen knappen Vorsprung, sondern baute die Führung bis zur 29. Minute auf vier Tore auf (14:10), ehe es beim Stand von 14:11 in die Pause ging.
Die zweite Halbzeit begann ausgeglichen mit vielen kleinen Unterbrechungen, die auf beiden Seiten zunächst keinen großen Spielfluss zuließen. Neben Obling stand bei den Gummersbachern insbesondere Roganović im Fokus, der die ersten drei Treffer seiner Mannschaft im zweiten Durchgang erzielte (17:15, 36. Minute). In einer Phase mit schnellen Torabschlüssen blieben die Gastgeber in Front und setzten immer wieder Akzente, wie beim schön herausgespielten Treffer zum 21:18 durch Ellidi Vidarsson (41. Minute). In den folgenden Minuten konnten sich die Hausherren erneut auf Obling verlassen, der einige spektakuläre Paraden zeigte. Nachdem beim Stand von 21:20 in der 42. Minute der Ausgleich drohte, vernagelte der VfL-Keeper regelrecht sein Tor und legte damit den Grundstein für die drei folgenden Treffer von Roganović (2) und Gardar Ingi Sindrason, die den Vorsprung bis zur 47. Minute auf 24:20 ausbauten.
Drei SG-Tore hintereinander brachten in der 50. Minute die Spannung zurück in die Partie (25:24). Zwar antworteten die Gastgeber durch Mathis Häseler mit dem 26:24 (52. Minute), jedoch gelang es den Flensburgern trotzdem in der 54. Minute erneut den Ausgleich zu erzielen (27:27). Den lautstark mitfiebernden Fans auf den Rängen bot sich eine spannende Schlussphase, in der die Oberbergischen jeweils mit einem Tor vorlegten und die Gäste nachzogen, bis dem VfL in der 58. Minute nach vorheriger Parade von Obling durch einen Gewaltwurf von Miro Schluroff der erneute Zwei-Tore-Vorsprung glückte. Der nächste gehaltene Ball von Obling und der zwölfte Treffer des ebenfalls bärenstarken Roganović sorgten für das 31:28 (59. Minute). Es folgte die letzte Parade von Obling in Minute 60 beim Stand von 31:29, ehe die Flensburger zwar mit dem Schlusspfiff noch den Anschlusstreffer erzielten (31:30), jedoch das Sigurdsson-Team dadurch die Punkte in Gummersbach behielt.
Das nächste Bundesligaduell steht für den VfL Gummersbach am kommenden Donnerstag, den 29. Oktober, um 19:00 Uhr an. Anlässlich des elften Spieltags gastieren die Blau-Weißen dann bei FRISCH AUF! Göppingen.
Trainerstimmen:
Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Ich bin stolz und froh, so eine Mannschaft wie Flensburg geschlagen zu haben. Man hat die überragende Qualität von ihnen schon gesehen. Ich denke, dass wir uns alle darüber einig sind, dass das heute ohne die überragende Leistung von Bertram Obling nicht möglich gewesen wäre. Wir haben es geschafft eine gute Abwehr zu stellen und Bälle zu gewinnen, aber 19 Paraden sind einfach nicht selbstverständlich. Deswegen hat er einen riesigen Anteil am Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir uns gegen die 6:0-Abwehr schwergetan und auch gegen die Art und Weise, wie Miro gedeckt wurde. Über die gute Abwehr haben wir dann aber aus einem Rückstand eine Führung gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir es gut gemacht, hatten dann aber eine Schwächephase, in der Flensburg nach Belieben treffen konnte. Es war ein spannendes Spiel mit dem glücklicheren Ende für uns, als Bertram dann die entscheidenden Paraden setzen konnte und wir es dann vorne doch geschafft haben zu treffen. Es war ein schöner Abend und die Halle hat wieder einmal gebrannt. Wir sind glücklich und zufrieden, müssen uns aber jetzt auf die nächsten Aufgaben vorbereiten.
Aleš Pajović (SG Flensburg-Handewitt): Glückwunsch zum Sieg an Gummersbach. Es war ein geiles Spiel und es war schade, dass wir keine Punkte mitnehmen konnten. Wir haben heute wie erwartet ein paar Schwierigkeiten im Angriff gehabt. Gummersbach spielt eine kompakte und gute 6:0-Abwehr. Unsere Rückraumlinie hat sich deshalb schwergetan, gute Chancen zu kreieren. Am Ende haben wir viele hundertprozentige Chancen vergeben. Der VfL hatte 19 Paraden, wir hatten zwölf. So etwas tut in einem Topspiel natürlich weh. Zwischen der 20. und 30. Minute hatten wir eine schwere Phase und mussten dann mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Halbzeit gehen. Danach sind wir mit drei Toren gut aus der Pause gekommen und hatten weitere Chancen, die wir aber nicht genutzt haben. Es gab immer wieder Momente, um heranzukommen, aber dann standen uns immer wieder unnötige Fehler oder die Paraden von Obling im Weg. Wenn man in Gummersbach Punkte holen will, dann muss man das besser machen. Die Jungs haben alles gegeben und gekämpft, aber leider sind wir heute ohne Punkte geblieben. Jetzt schauen wir weiter nach vorne auf die nächsten Spiele.




