Gummersbach erleidet Fehlstart in den Europapokal

29. September 2026

Foto: Philipp Ising

Der VfL Gummersbach hat am Dienstagabend die Chance auf einen erfolgreichen Auftakt in die diesjährige Saison in der EHF European League verpasst. Mit einer 34:38 (19:17)-Niederlage gegen PGE Wybrzeża Gdańsk müssen die Oberbergischen somit noch auf die ersten Punkte in der Gruppenphase warten. Nachdem in der ersten Viertelstunde der Partie die Gäste spielbestimmend waren, blühten die Gummersbacher im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit mehr und mehr auf, gaben aber im zweiten Durchgang vor 3.011 Zuschauern in der SCHWALBE arena das Heft aus der Hand.

Die Anfangsphase der Partie wurde eindeutig von den Gästen aus Danzig dominiert. Auf das schnelle 0:1 folgte in der ersten Minute noch der Ausgleich durch Nikola Roganović, der das erste VfL-Tor im diesjährigen Wettbewerb erzielte (1:1). Nur eine Minute später brachten die Polen den Bundesligisten jedoch direkt mit zwei Toren in Rückstand (1:3), ehe in der neunten Minute schon drei Treffer Abstand zwischen den beiden Mannschaften lag (2:5). Den Oberbergischen fehlte zusehends der Zugriff auf die Partie und den Gegner, sodass ein zusätzlicher 0:3-Lauf in der 14. Minute in einen 5:10-Rückstand mündete.

Die darauffolgende Auszeit durch Sigurdsson brachte zunächst etwas mehr Ruhe ins Spiel der Gastgeber, die in der 16. Minute auf 7:10 verkürzten, dann jedoch erneut zwei Gegentore einstecken musste (7:12, 18. Minute). Dennoch erarbeiteten sich die Gummersbacher nun konsequenter ihre Möglichkeiten und schlossen drei Mal hintereinander erfolgreich ab (10:12, 20. Minute). Auf der Torhüterposition kam zudem Bertram Obling für den bis dahin unglücklichen Ignacio Biosca ins Spiel und setzte die ersten Akzente. Per Strafwurf traf Roganović in der 23. Minute sowohl zum 12:13-Anschlusstreffer als auch in der 24. Minute zum 14:14-Ausgleich. Ein Kontertor von Ellidi Vidarsson zum 15:14 stellte das Spiel in der 28. Minute schließlich komplett auf den Kopf, ehe es durch den Treffer von Teitur Einarsson in der 30. Minute sogar mit einer Zwei-Tore-Führung für den VfL in die Kabine ging (19:17).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit begegneten sich die beiden Teams auf Augenhöhe. Zunächst holte sich Wybrzeża das Momentum zurück und brachte den Bundesligisten durch drei Tore in Folge mit 20:21 wieder in Rückstand (20:21, 35. Minute). Im Anschluss eroberten sich wiederum die Gummersbacher durch den Treffer von Gardar Ingi Sindrason in der 40. Minute die Führung zurück (25:24). Doch erneut zeigten sich die Gäste unbeeindruckt. Auf das Tor zum 27:27 durch Ludvig Hallbäck (44. Minute) folgten drei Tore der Danziger in Serie (27:30, 48. Minute), ehe die Oberbergischen in der 50. Minute sogar wieder mit vier Toren zurücklagen und es einer starken Parade von Obling bedurfte, um den erneuten Fünf-Tore-Rückstand zu verhindern (28:32).

Den Gummersbachern kam die Struktur im eigenen Angriffsspiel in dieser Phase komplett abhanden, sodass sie nach 52 Minuten dennoch mit fünf Toren ins Hintertreffen gerieten (28:33) und Sigurdsson seine Mannschaft per Timeout zu sich berief. Die Oberbergischen starteten daraufhin den Versuch einer Aufholjagd, als Tilen Kodrin zum 29:33 traf (53. Minute). Allerdings musste der VfL nur eine Minute später nicht nur das nächste Gegentor, sondern auch die Hinausstellung von Štěpán Zeman wegen eines überharten Einsteigens hinnehmen (29:34). Die Gastgeber warfen noch einmal alles in die Waagschale und verkürzten in Unterzahl auf 32:35 (56. Minute). Gleich zwei Möglichkeiten, den Abstand weiter zu verringern, ließen die Gummersbacher aus, ehe Alex Dujshebaev das 33:35 erzielte (58. Minute). Der VfL stellte nun auf Manndeckung um, verlor aber im Angriff den Ball, der stattdessen im Gummersbacher Tor landete und die Vorentscheidung herbeirief (34:37, 60. Minute). Auch der letzte Treffer gebührte der Gastmannschaft, die den Hausherren so eine bittere 34:38-Niederlage hinzufügte.

Am kommenden Samstag, den 3. Oktober, wartet der nächste Gradmesser in der Bundesliga auf den VfL Gummersbach. Um 18 Uhr gastieren die Oberbergischen anlässlich des siebten Spieltags der Opel HBL beim Rekordmeister THW Kiel.

 

Trainerstimmen:

Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Herzlichen Glückwunsch an Gdańsk für eine sehr, sehr beeindruckende Leistung gegen uns in einer Halle, die uns großartig unterstützt hat. Ich bin natürlich sehr enttäuscht, aber ich muss meine Jungs in Schutz nehmen. Heute habe ich als Trainer versagt, denn ich habe es nicht geschafft, den Jungs zu erklären, wie wichtig dieses Spiel für uns ist. Die haben gedacht, dass sie das heute mit links machen. Da merkt man, wie gut der Handball geworden ist und was Gdańsk heute gezeigt hat, war vom Kampfgeist und der taktischen Disziplin sowie der spielerischen Qualität her großartig. Das zu sehen, hat mir imponiert. Weiter geht’s.

Patryk Rombel (PGE Wybrzeża Gdańsk): Das war eine große Überraschung für uns und ich bin natürlich sehr stolz auf meine Mannschaft insgesamt und jeden einzelnen, dass wir dem Druck standgehalten haben. Es war fantastisch in diesem Handball-Mekka in Gummersbach zu spielen. Wir haben unser Spiel durchgezogen und waren im Angriff sehr konsequent. In der Abwehr haben wir sehr gut zusammengearbeitet. Es war unser bestes Spiel in dieser Saison und ich hoffe, dass es der Auftakt einer neuen Ära in Gdańsk ist.