VfL gegen Rimpar mit erstem Saisonsieg

Photos: Philipp Ising

Am dritten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga hat der VfL Gummersbach nach zuvor einem Unentschieden und einer Niederlage den ersten Saisonsieg eingefahren. Gegen die DJK Rimpar Wölfe gewann der VfL mit 25:22 (14:12). In der heimischen SCHWALBE arena vor 2.521 Zuschauern präsentierten sich die Gastgeber nach anfänglichen Schwierigkeiten engagiert und vor allem in der Abwehr diszipliniert. Auch wenn sich im ersten Durchgang noch der ein oder andere Fehler ins Spiel der Gummersbacher schlich, demonstrierten sie in der zweiten Spielhälfte Stärke und fuhren einen am Ende souveränen Heimsieg ein. Als bester Torschütze zeichnete sich der auch in der Abwehr sehr aufmerksame Marvin Sommer mit sechs Treffern aus.

Wie schon in den vergangenen Wochen mühten sich die Gummersbacher in die Anfangsphase der Partie. Auch den Gästen fehlte zunächst die Durchschlagskraft im Angriff, ehe sie in der vierten Minute vorlagen und Alexander Hermann eine Minute später zum 1:1 für den VfL ausglich. Dennoch gehörten die ersten Minuten eher den Rimparer Wölfen, deren Offensivbemühungen zielstrebiger waren. Nach Lattentreffer von Lukas Blohme in Minute acht mussten die Oberbergischen wenige Sekunden später den 2:4-Rückstand hinnehmen. Per Steal und Gegenstoßtreffer glich Sommer zwar in der zehnten Minute zum 4:4 aus, doch die Rimparer blieben zunächst weiter am Drücker und legten eine erneute Führung hin (5:6, 14. Minute).

Nach einer knappen Viertelstunde wendete sich das Blatt, als die Gummersbacher sowohl in der Deckung ihre Kompaktheit wiederfanden als auch im Angriff konzentrierter zu Werke gingen. Drei Treffer in Folge, zuletzt durch Janko Božović zum 8:6, brachten nun die Hausherren erstmals in Front (17. Minute). Während die Rimparer nun einige Fahrkarten aufwiesen, bekam der VfL die Partie erstmals in den Griff. Der eingewechselte Florian Baumgärtner, der in dieser Phase seine ersten Einsatzminuten nach seiner Verletzung in der Vorbereitung erhielt, erhöhte den Vorsprung für den VfL auf drei Tore (12:9, 24. Minute). Insbesondere durch die nun aufmerksame Abwehr hätten die Gummersbacher in dieser Phase auch die Chance gehabt noch weiter davonzuziehen, doch Fehlwürfe und -pässe verhinderten ein besseres Ergebnis. So dauerte es bis zur 29. Minute, ehe der VfL erneut traf (13:12). Torschütze Baumgärtner legte dann noch einmal ein besonderes Tor oben drauf, als er zwei Sekunden vor dem Halbzeitpfiff per direktem Freiwurf aus zehn Metern zum 14:12-Halbzeitstand einnetzte.

Wie schon im ersten Durchgang kamen die Gäste auch nach dem Wiederanpfiff aktiver aus der Kabine. Nach Siebenmetertreffer von Sommer (15:12, 32. Minute) trafen die Rimparer Wölfe drei Mal hintereinander zum 15:15-Ausgleich in der 35. Minute. Ein weiteres Tor vom Siebenmeter-Strich sowie zwei erfolgreiche Gegenstöße von Sommer und Blohme stellten die Drei-Tore-Führung wieder her und brachten das Gummersbacher Angriffsspiel wieder ins Rollen. Eine starke Einzelaktion von Robin Haller nach vorheriger Parade von Matthias Puhle schraubte die VfL-Führung auf 19:15 hoch (39. Minute). Auch der VfL-Schlussmann bildete nun einen entscheidenden Faktor im Spiel. In der 42. Minute zeigte er in Unterzahl seiner Mannschaft eine Doppelparade. Zwei Minuten später hielt er einen Siebenmeter der Gäste und ebnete damit den Weg zur ersten Fünf-Tore-Führung im Spiel durch Hermann (45. Minute).

Die Schlussviertelstunde gehörte schließlich endgültig den Oberbergischen, die unter den Anfeuerungsrufen der eigenen Fans immer sicherer in ihren Aktionen wurden. Fynn Herzig reihte sich in der 48. Minute nach seiner Einwechslung in die Liste der Torschützen ein und traf für seine Mannschaft zum 22:17. Auch eine kurze hitzige Phase überstand der VfL schadlos und spielte sein Spiel in der Schlussphase cool runter. Nach Tor von Božović und erneuter Doppelparade von Puhle sorgte Tin Kontrec in der 58. Minute mit dem 25:21 für die Vorentscheidung. Auch die doppelte Manndeckung der Rimparer für Hermann und Herzig konnte die Gäste nicht mehr zurück ins Spiel bringen. Unter stehenden Ovationen der Fans in der Schlussminute fuhren die Gummersbacher schließlich mit 25:22 den ersten doppelten Punktgewinn der Saison ein.

Mit 3:3 Punkten weist der VfL nach drei Spieltagen damit ein ausgeglichenes Punktekonto auf und kann mit einem Erfolgserlebnis zum nächsten Auswärtsspiel am kommenden Samstag nach Coburg reisen.

 

Trainerstimmen:

Torge Greve (VfL Gummersbach): Für mich ist es ein ungewohntes Gefühl mit einem erfolgreichen Sieg hier zu sitzen. Von daher möchte ich als erstes ein Kompliment an meine Mannschaft geben und auch eine Botschaft nach draußen geben. Wir nehmen Siege hier nicht als selbstverständlich hin, das wäre den Gegnern gegenüber auch nicht gerecht. Wir haben heute aber tatsächlich überzeugend gespielt. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass wir eine Schwächephase beim 21:16 hatten und es da nicht geschafft haben das Spiel ruhig nach Hause zu fahren. Meine Jungs müssen es lernen diesen Vorsprung in positive Energie umzuwandeln und nicht zwölf Minuten vor Schluss auf die Uhr zu schauen. Daran müssen wir arbeiten. Aber alles in allem denke ich, dass das heute ein verdienter Sieg war. Ich muss heute aber auch besonders Matthias Puhle und Marvin Sommer loben, sie haben sehr stark gespielt.

Ceven Klatt (DJK Rimpar Wölfe): Glückwunsch an Torge und den VfL Gummersbach zum verdienten Sieg. Wir sind hier hingefahren und wussten, dass wir nichts zu verlieren haben, wir hätten nur gewinnen können. Wir haben heute hier aber nichts gewonnen. Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht und dann kam das, womit zu rechnen war. Die Jungs des VfL Gummersbach haben eine große Qualität, die sie heute gezeigt haben. Ich muss aber trotz der Niederlage meiner Mannschaft für ihre tolle Moral noch einmal ein Lob aussprechen, dass sie sich nicht haben abschütteln lassen, sondern immer drangeblieben sind. Gerade beim Stand von 21:16, da hätte es auch passieren können, dass wir am Ende dann mit zehn Toren verlieren. Aber wir haben Moral bewiesen und weitergekämpft.

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