Dienstbeginn unter erschwerten Bedingungen – Interview mit Nachwuchskoordinator Jörg Bohrmann

Mit Jörg Bohrmann hat der VfL Gummersbach zur Saison 2020/21 den Posten des Nachwuchskoordinators in der Handballakademie mit einem absoluten Experten in diesem Bereich neu besetzt. Im Interview zieht Bohrmann eine erste Zwischenbilanz.

 

Wie fällt allgemein das Fazit nach den ersten knapp 4 Monaten aus?

Bohrmann: Ich habe mich in Gummersbach sehr schnell und sehr gut eingefunden. Das sehr gute Team an Trainern und Kollegen hat mir den Einstieg dann noch einmal mehr erleichtert. Die erste Aufgabe bestand darin, mir einen ersten Überblick über die gesamte Situation zu verschaffen. Welche Trainer haben wir, welche Trainer brauchen wir für welche Mannschaft? Wie sind die Kader der einzelnen Mannschaften aufgestellt? Insbesondere unter den Gegebenheiten und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie war es eine besondere Situation vor allem für die scheidenden Trainer Alois Mráz und Dennis Hermann Nachfolger zu finden. Dass wir in den eigenen Reihen mit Fabian Mielke für die U19 und Jan Schwenzfeier für die U17 zwei hochtalentierte, hochmotivierte und junge Trainer unser Eigen nannten und nennen, hat mir die Entscheidung, sie mit den Cheftrainerposten zu betrauen, mehr als leicht gemacht. Unterstützung erfahren alle Trainer nicht nur von mir sondern auch von Anel Mahmutefendic, der als Co-Trainer der Bundesligamannschaft nicht nur die Schnittstelle zwischen U23-Trainer Maik Thiele und Bundesligakader herstellt, sondern auch eine ganz zentrale Position im Trainerteam einnimmt. Für Fabian und Jan steht er als Mentor zur Seite und lässt sie von seinem großen Erfahrungsschatz profitieren.

Dass wir für die U15 mit Oliver Perey und mir ebenso eine interne Lösung für die Trainerstelle haben finden müssen, war zwar nicht so geplant, durch Corona war aber etwas anderes nicht realisierbar. Doch auch hier sind wir mit der bisherigen Entwicklung im Soll, sehen aber – wie in den anderen Altersklassen auch – weiterhin Luft nach oben.

Welche Ziele stehen als nächstes an?

Bohrmann: Das nächste Ziel heißt aktuell die Erlaubnis zu erhalten, wieder trainieren zu dürfen. Ohne das wird es schnell schwierig die Jungs bei Laune zu halten. Training zu Hause allein, oder über Zoom zumindest indirekt mit der Mannschaft sind als Übergangslösungen gut, ersetzen aber keine Halleneinheit. Dort warten wir auf Rückmeldung der Behörden, um dann schnellstmöglich wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu dürfen. Dafür haben wir die nötigen Rahmenbedingungen bereits im Vorfeld geschaffen, sodass wir hoffen, bald wieder in die Halle zu dürfen.

Durch die momentan unterbrochene Spielzeit in allen Spielklassen von der zweiten Mannschaft bis zur U11 stehen aktuell mittel- und langfristige Ziele auf der Tagesordnung, die nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch im Sportumfeld zu finden sind. Konzeptionelles Arbeiten ist da gerade das Zauberwort, mit dem wir uns tagtäglich befassen, um so die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs zu schaffen und auch darüber hinaus Weichen für die Zukunft stellen zu können.

Wie sehen die Planungen für die nächste Saison aus bzw. wie weit sind die Planungen?

Bohrmann: Aktuell sind wir in Gesprächen mit allen Spielern der Mannschaften über die bisherige Entwicklung und den aktuellen Leistungsstand. Auch wird dabei über die weitere kurz-, mittel- und langfristige Perspektive der Spieler gesprochen. Nicht nur aufgrund zahlreicher Anfragen über die Möglichkeit in der Handballakademie VfL Gummersbach zu spielen haben wir uns wieder dazu entschlossen einen Sichtungstag für potenzielle Neuzugänge festzulegen, der eigentlich am 21. November in der SCHWALBE arena hätte stattfinden sollen. Durch die Einschränkungen und Aussetzung des Spiel- und Trainingsbetriebes sind wir da nun aber gezwungen neue Möglichkeiten zu finden, da wir den Termin natürlich nicht halten können. Wir werden es dann nachholen, wenn die Möglichkeit dazu besteht und im Zweifel individuelle Termine mit den Spielern vereinbaren.

Neben den Anmeldungen zum Sichtungstraining sind nun aber auch wieder Kreativität und unser Netzwerk gefragt, um Spieler zu sichten, die uns in der neuen Saison weiterhelfen können und bei uns den nächsten Schritt in der sportlichen und persönlichen Entwicklung machen wollen. Interessierte können sich diesbezüglich jederzeit über das auf der Homepage hinterlegte Anmeldeformular bei uns anmelden. Um dann ein Sichtungstraining mit allen angemeldeten Spielern oder aber individuelle Termine zu vereinbaren, brauchen wir vorher die Erlaubnis, überhaupt wieder trainieren zu dürfen.

Welche konkreten Auswirkungen hatte und hat die Corona-Pandemie allgemein auf den Akademiebetrieb?

Bohrmann: Die Corona-Auswirkungen auf den Akademiebetrieb waren schon groß. Nach dem Trainingsstopp zwischen März und Mai waren wir gerade wieder in der Spur, als uns ein vermeintlicher positiver Coronafall in den eigenen Reihen komplett durcheinandergewirbelt hat. Nachdem diese Aufregung dann vorbei und auch die betroffene Mannschaft der U17 wieder voll im Trainingsbetrieb war, konnten wir den Saisonbeginn angehen. Dazu hatten wir dann alle Mannschaften gut beisammen.

Dennoch führten in den letzten vier bis sechs Wochen immer wieder auftretende Isolations- und Quarantäneanordnungen für einzelne Spieler oder teilweise ganze Mannschaften dazu, dass durch Trainingsabbrüche, Trainings- und auch Spielabsagen kein wirklicher Rhythmus entstehen konnte.

Dementsprechend logisch war die Unterbrechung der Saison im Oktober, die nun bis zum Jahresende ausgeweitet wurde. Wenn sich das Infektionsgeschehen normalisiert haben sollte, steht der Plan für die JBLH und die 3. Liga Anfang Januar wieder loszulegen. Ob das umsetzbar ist, wird allerdings erst die nahe Zukunft der nächsten drei bis vier Wochen zeigen.

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