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Spielplan

Historie


Vordere Reihe v.l.n.r.: Mikhail Chipurin, Timur Dibirov, Vasily Filippov, Alexey Kostygov, Vitaly Ivanov, Yury Tatarin, Dmitry Kovalev
Mittlere Reihe: Mikhail Prilutskiy (Masseur), Konstantin Igropulo, Trainer Vladimir Maksimov, Viacheslav Borisov (Mannschaftsarzt), Roman Ivanov
Hintere Reihe: Evgeny Titov, Alexey Kamanin, Alexander Chernoivanov, Egor Evdokimov, Alexey Rastvortsev, Vitaly Ivanov

Chehovskie Medvedi

Russlands Handball-Zentrale


Sie kommen aus einer Stadt, die seit 1954 nach Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) benannt ist, dem berühmten russischen Schriftsteller – rund 75 000 Menschen wohnen hier rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Moskau. Dass es sich beim Handballteam Medvedi Tschechows jedoch nicht um Feingeister oder Filigrantechniker handelt, das dokumentiert schon der Name: Medvedi heißt übersetzt „Bären“, und diesem Bild entsprechen vor allem die Rückraumspieler in der Mannschaft des legendären Trainers Vladimir Maksimov.

Jeweils über zwei Meter messen Spieler wie Egor Evdokimov, Alexey Rastvortsev oder Alexey Peskov – als turmhoch erweist sich dementsprechend auch die Abwehrmauer.

Als der russische Serienmeister im Mai den Europapokal der Pokalsieger gewann, als er gegen die Spanier aus Valladolid in einem dramatischen Rückspiel mit dem 32:24-Sieg einen Sieben-Tore-Rückstand (29:36) wettmachte, wunderten sich die Experten nicht. Zwar war Valladolid als leichter Favorit eingestuft worden. Aber bei Medvedi, dem Handball-Nachfolger des berühmten Clubs ZSKA Moskau, handelt es sich bekanntermaßen um eine verkappte Auswahl der russischen Nationalmannschaft.

Als die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2006 in der Schweiz gegen die Russen um Platz Fünf spielte, entstammten nur vier Russen – Eduard Kokcharov (Celje), Denis Krivoshlykov (Leon), Dimitri Torgowanow (Kronau) und Oleg Kuleschow (Magdeburg) – nicht dem Moskauer Kader. Fast logisch, dass auch der Trainer diese beiden Mannschaften in Personalunion führt. Dabei handelt es sich um keinen Geringeren als Vladimir Maksimov. Der alte Haudegen zählt zu den erfolgreichsten Trainern der Handballgeschichte – und er ist immer noch der Mann mit dem größten Einfluss im russischen Handball. Das Wort des autoritären Coaches, der Pressekonferenzen und Journalisten meidet wie der Teufel das Weihwasser, hat nach wie vor den Charakter eines Gesetzes.

Freilich verfügt Maksimov nicht mehr wie früher über ein riesiges Reservoir an Talenten. Noch dazu fehlt es Medvedi im eigenen Land an der nötigen Konkurrenz: In den letzten fünf Jahren hat das Team nur zwei Spiele verloren, eines davon gegen die eigene Reserve. „Uns fehlen in Russland die Herausforderungen, uns weiterzuentwickeln“, weiß Maksimov um die Probleme.

Maksimov gilt als Traditionalist, er lehrt die klassische „russische Schule“. Große, athletische Leute im Rückraum sind selbstverständlich – vor allem der 28-jährige Rastvortsev (halblinks) genießt einen ausgezeichneten Ruf. Vitali Ivanov und Vasily Fillipow sind ausgezeichnete Ballverteiler auf der Mittelposition.

Rechtsaußen Oleg Frolov und der quirlige Linksaußen Timur Dibirow stellen ebenfalls internationale Klasse dar wie der wuchtige Kreisläufer-Koloss Mikhail Chipurin. Und im Tor steht mit Alexey Kostygow ebenfalls ein Profi , der die gegnerischen Werfer an einem guten Tag zur Verzweifl ung bringen kann. Ein Problem stellt allerdings dar, dass die Mannschaft im Rückraum über keinen Linkshänder von Weltformat verfügt – deshalb reagierte Maksimov auch ziemlich verärgert, als Denis Zakharov im Sommer nicht aus St. Petersburg nach Moskau, sondern nach Gummersbach wechselte.

In der Champions League konnte das Team, das ausschließlich aus Russen besteht, die hohen Erwartungen bisher nicht ganz bestätigen, als es die beiden Auswärtsspiele in Flensburg und in Zagreb am Ende deutlich verlor. Selbst der abschließende 33:27-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt, der den Rand-Moskauern das ersehnte Achtelfinale sicherte, bedarf der Einordnung, denn die Schleswig-Holsteiner hatten schon vorher Gruppensieger festgestanden.

Die Qualität und technischtaktische Ausbildung der „Bären“ ist ausgezeichnet, und auch der Trainer gilt als schlauer Fuchs. Aber im Halbfinale dieser Klub-EM, an der sie erstmals teilnehmen, sind die Russen gegen Ciudad Real nur krasser Außenseiter.
Vladimir Maksimov
Genannt wird er auch „der Zar“. Weil Vladimir Maksimov (61) immer noch der mächtigste Mann ist im russischen Handball. Seinen Ruf als Fachmann begründete er schon als aktiver Sportler bei MAI Moskau, und insgesamt 177mal trug er Hammer und Sichel auf seinem Trikot.

Als die Sowjetunion 1976 in Montreal erstmals Olympiasieger wurde, warf der schlaue Rechtshänder im Rückraum dabei die meisten Tore, und auch bei der WM 1970 in Frankreich reüssierte er schon als Torschützenkönig. Noch mehr Popularität und Einfl uss aber brachte ihm seine Karriere als Trainer.

Er gilt als erfolgreichster Nationaltrainer der Welt. Seine schier unglaubliche Bilanz – zweimal Olympiasieger (1992, 2000), einmal Olympia-Dritter (2004), zweimal Weltmeister (1993, 1997), einmal Vize-Weltmeister (1999), einmal Europameister (1996) und zweimal Vize-Europameister (1994, 2000) – ist unerreicht. Als die Sowjetunion zerfiel, übernahm er das zusätzliche Traineramt bei Tschechow, um so das Weltklasseniveau der Russen zu halten.

Vereinsdaten
Chehovskie Medvedi
Poligrafi stov str. 30
Sporthall Olimpiysky-Office 323
142300 Chehov, Mosk. oblast Russland

Internet: www.ch-medvedi.ru

Gründungsjahr: 2003 (vormals ZSKA Moskau)

Internationale Erfolge:
1994 Achtelfi nale EHF Cup
1999 Achtelfi nale City Cup
2001 Champions League 2. Runde
2001 EHF Cup 4. Runde
2002 Champions League
2002 Gruppenphase
2003 Champions League
2003 Gruppenphase
2004 Champions League
2004 Gruppenphase
2004 Achtelfinale Pokal d. Pokalsieger
2005 Champions League Achtelfinale
2006 Sieger Pokal d. Pokalsieger

Nationale Erfolge:
Russischer Meister: 2003/2004/2005/2006

Tor
1 Oleg Grams 20.02.1984 RUS 2,00
12 Evgeny Titov 31.03.1983 RUS 1,91
16 Alexey Kostygov 05.07.1973 RUS 1,90
21 Yuri Ozhered 28.08.1980 RUS 1,91
Rückraum
2 Vasily Filippov (RM) 18.01.1981 RUS 1,83
5 Yury Egorov (RL) 12.04.1979 RUS 1,95
11 Vitaly Ivanov (RM) 03.02.1976 RUS 1,94
14 Alexey Rastvortsev (RL) 08.08.1978 RUS 2,00
17 Alexey Kamanin (RR) 06.06.1978 RUS 1,97
18 Konstantin Igropulo (RR) 14.04.1985 RUS 1,94
19 Alexey Peskov (RR) 16.12.1983 CZE 2,00
Außen
3 Yury Tatarin (RA) 15.05.1985 RUS 1,80
4 Dmitry Kovalev (LA) 15.05.1982 RUS 1,80
6 Roman Ivanov (LA) 12.02.1984 RUS 1,82
7 Oleg Frolov (RA) 15.11.1980 RUS 1,86
15 Timur Dibirov (RA) 30.07.1983 RUS 1,81
Kreis
8 Egor Evdokimov 09.03.1982 RUS 2,03
9 Artem Gritsenko 01.01.1977 RUS 1,91
10 Alexander Chernoivanov 13.02.1979 RUS 2,04
20 Mikhail Chipurin 17.11.1980 RUS 1,90
Trainer
  Vladimir Maksimov   RUS